Semana Santa - Médano Osternacht 2014

https://www.youtube.com/v/1DMjJsADago&feature=youtu.be

 

Amigos, 

mein Bruder hat sich die Médano-Osternacht angetan. Für mich eine schlaflose Krawallnacht, bis früh um Vier. Die fing aber schon am Gründonnerstag an. Und Salsa am Karfreitag grenzt an Blasphemie. Aber wer das mag.

Gruß, Rainer!

 

Hallo ihr Beiden,

auch wenn ich Atheist, vielleicht sogar Agnostiker bin (aber die meisten Atheisten sind de facto  Agnostiker, sie wissen es bloß nicht), bin ich der Meinung, dass der Karfreitag selbst in einem laizistischen Staat (Deutschland ist das nur auf dem Papier, siehe Subventionierung der Kirchen in Hoehe von insgesamt 50 Milliarden pro Jahr allein in Deutschland allein in Deutschland, ein einziger Skandal),  und neuerdings auch Anerkennung des Islam als öffentlich-rechtliche Körperschaft, ebenfalls ein Skandal!!!)  o h n e Freudenfeiern stattfinden sollte, da z. B. im Westen Deutschlands Christen bekanntermaßen noch immer eine Mehrheit und im Osten immerhin eine bedeutende Minderheit sind. Laizismus kann ja wohl nicht bedeutende, dass religiös empfindende Menschen k e i n e Rechte haben.

Andererseits finde ich schon, es macht auch etwas aus, ob eine Veranstaltung im kleinen Rahmen oder im Freien, also wie in diesem Fall für a l l e, zugänglich ist. Es sollte deshalb nur für den Karfreitag ein Kompromiss gefunden werden, dass Freudenfeiern außerhalb umgrenzter Räume n u r  f ü r diesen Tag nicht gestattet sind oder einen bestimmte Größe nicht überschreiten. Ich erinnere mich noch an die 60-er Jahre, als um 15. 00 h . in allen Sendern der ARD F u n k s t i l l e verordnet wurde, das ging mir schon damals entschieden zu weit.   
So, die Debatte ist eröffnet. Oder auch nicht!

Grüsse aus dem Diesseits,
 Robert

Umgekehrt können keine Agnostiker/Atheisten gezwungen werden, am Karfreitag nicht heiter zu sein, denn der Tod Jesu Christi betrifft sie nicht. Blasphemisch können nämlich nur die sein, die auch an Christus oder an Gott oder beides glauben, Atheisten und Agnostiker können per se k e i n e Blasphemiker sein. Das ist so, als wäre ein praktizierender Alk Vertreter von Cinzano.

Atheismus (von altgriechisch ἄθεος átheos „ohne Gott“) bezeichnet im engeren Sinne die Überzeugung, dass es keinen Gott und keinerlei Götter gibt. Zum Atheismus im weiteren Sinn werden bisweilen auch andere Abgrenzungen von einem Glauben an Gott gezählt, beispielsweise Ansichten, dass zur Existenz eines Gottes und von Göttern allgemein nichts gewusst werden kann (Agnostizismus).

Hallo Robert,

musste erst mal bei Wikipedia nachlesen. So hoch würde ich das nicht hängen. Brauche auch keine Weltanschauung, die ich gegen ein andere stelle. Ein Grund keine Kirchensteuer zu zahlen ist nicht nötig. Mir reicht das kath. Glaubensbekenntnis (Credo), zu dem ich 1970 „NEIN“ gesagt habe. Aber es gibt Legenden von Offenbarungen: Paulus auf dem Weg nach Damaskus, der versoffene „President George W.“, wahrscheinlich im freien Flug von der Treppe, oder der Heilige der Kommunisten „Joseph Stalin“, der 1941 die Ikone der Madonna von Kasan über Moskau kreisen ließ.

Spanien behauptet ein katholisches Land zu sein und in Deutschland sind 67% angeblich gläubig. Blasphemisch ist für mich, wenn Symbole anderer Leute lächerlich gemacht, oder in den Dreck gezogen werden. Wer braucht schon Mohamedkarikaturen, laute Musik am Karfreitag oder verbrannte Nationalfahnen. Oder auch aufgezwungene Symbole, wie Kruzifixe in Schulen und Gerichtssälen in Bayern, alles das Gleiche. Das sind Leute, die sich ihres eigenen Standpunktes nicht sicher sind.

An das Radioverbot kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht gab es das nicht in Berlin, oder es hat niemand bemerkt, weil es RIAS, AFN & Radio DDR gab. Ein Tanz & Musikverbot an Karfreitag gab es, auch die Diskussion darüber.

ALLE Religionsgemeinschaften sollten öffentlich-rechtlich sein, oder KEINE.

Bis dann, Rainer!

 

Hallo Rainer, 

 sehr interessante Zeilen, was so eine nächtliche Ruhestörung alles bewirken kann.

Tatsächlich ist das Entscheidende das Glaubensbekenntnis, nicht die formale Zugehörigkeit zur katholischen Kirche, das wissen auch die wenigsten. 

Ich dachte auch immer, das Glaubensbekenntnis sei das Spezielle bei Protestanten, aber dem ist offenbar n i c h t so. 

Indes: Das zweifaltige Glaubensbekenntnis des Islam ist ja bekannt: "Ich glaube an Allah als einzigem Gott und dass Mohammed sein Prophet ist." 

Sonst sehe weitgehende Übereinstimmung, was religiöse Symbole etc. angeht. Ob Späße über Heilige gemacht werden können, das ist eine zweifellos schwierige Sache, weil sie berührt wieder den Blasphemie-Begriff, der unterschiedlich interpretiert wird. Im Zweifelsfall bin jedoch ich jedoch f ü r die Freiheit, sogar für Feinde der Freiheit, weil entweder ist ein (formal)demokratisches System stark genug verankert bei seinen Bürger/innen oder es ist es nicht. 

Satire darf nach übrigens nach Tucholsky alles, beleidigen, niedermachen, alles, nicht ganz unproblematisch. Tucholsky hat übrigens nachweislich satirisch für die Vergasung der Bourgeoisie gestritten und dann auch noch in der "Weltbühne" des Pazifisten Ossietzky, geschmacklos war dies sicherlich, aber muss jede Entgleisung verboten werden? Da wäre ja z.B. der Pofalla  schon längst im Knast !

Aber im Ernst: wo da die Grenze liegt, ist nicht einfach zu bestimmen, bei den Reaktionen auf die einschlägigen Karikaturen enthalte mich jeder schriftlichen Äußerung.

Wikipedia ist übrigens entgegen anders lautenden Behauptungen keine in jedem Fall zuverlässige Infoquelle, auch für "Blasphemie" und Ähnliches, ich habe da schon viel offensichtlichen Unsinn gelesen, das liegt an der Konstruktion des Unternehmens, da Wikipedia bewusst Nicht-Fachleute auch als kompetent anerkennt (es gibt allerdings auch inkompetente Fachleute, zweifellos, es gibt auch hochintelligente Idioten etc.pp.).

Beim Blasphemie-Begriff sehe ich nicht den Bezug zu den Anderen, sondern die Beleidigung muss "im eigenen Verein" stattfinden.

Ansonsten sind die Begriffe "laizistisch" und "öffentlich rechtlich nicht identisch, weil "laizistisch so viel wie "(staats)neutral in  Glaubensahngelegenheiten heißt, öffentlich-rechtlich aber die Subventionierung von allen Religionsgemeinschaften zulässt, wogegen ich in j e d e m  F a l l bin, weil die Gläubigen sollen ihre Institution gefälligst selbst bezahlen, da finde ich nur das französische Modell bisher überzeugend. 50 Milliarden faktische Subvention der Glaubensgemeinschaften pro Jahr in Deutschland sind ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz, denn aus der zu Recht gewahrten Glaubensfreiheit resultiert noch lange kein Subventionsgebot. 

Das "Schweigen" konnte ich nur im  NDR und später im WDR auf UKW verfolgen, bei den Berliner Sendern weiß ich nix, das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist ja eine alliierte Erfindung, u. a von Hugh Green, aber gerade deshalb gab und gibt es regionale Abweichungen. Und das ist bisher auch gut so, auch wenn DLF absolut notwenig war und ist.

Schöne Grüße vom Laizisten und Atheisten Robert

Hola Roberto,

das Aussprechen des islamischen Glaubensbekenntnisses macht Dich zum Moslem, ohne Taufe. Das stammt von Peter Scholl-Latour. Er sagt auch, dass man über Religion nur diskutieren kann, wenn man selbst einen festen Standpunkt hat. Er selbst ist ehem. Jesuitenschüler und bekennender Kathole.

Das franz. Modell sagt mir auch zu. Strickte Trennung von Kirche & Staat, sowie Blasphemieverbot. Mich macht es krank, dass ich durch die Taufe - ungefragt - einer Religionsgemeinschaft beitrete. Dann aber vor dem Amtsgericht - also Staat - meinen Austritt erklären muss.

Übrigens haben uns die Franzosen (Napoleon) diese finanziellen Belastungen eingebrockt, durch die Enteignung des Kircheneigentums. Habe letztens gehört, dass diese Frage seit 200 Jahren ungeklärt ist. Warum muss der Staat Abfindung für etwas bezahlen, dass die Kirchen in Jahrhunderten zusammengeklaut haben.

Saludo, Rainer! 

Hallo Rainer,

richtig, völlig richtig!!!

 Alle Fakten stimmen ganz genau, wenige wissen das mit dem immer noch zu erstattenden Kircheneigentum, z. B. auch, dass wir als g e s a m t e r  Staat noch immer dafür berappen müssen.

Übrigens: das mit Stalin ist nicht zufällig, denn er war Schüler am Priesterseminar zu Tiflis. Marxistisch-leninistische Parteien sind seit Lenins, aber vor allem seit Stalins Zeiten eine Fundgrube für Ikonographen, vgl. Maiaufzüge etc. pp.. Das Organisationsmodell der KP (vgl. Z(d)K der deutschen Katholiken, Vatikan als "Politbüro" etc.pp.) ist ebenfalls der katholischen Kirche - gelinde gesagt - entlehnt!

 Mit freundlichen Grüssen RS