Wahl-O-mat 2005
Hallo Rainer,
zunächst mal nachträglich alles Gute zum Geburtstag . Wollte gestern schon schreiben, aber es gab Störungen beim DSL.
Habt ihr gefeiert?
Vielen Dank, wir waren beim Chino, aber alle waren ein bischen müde, wegen normalem Arbeitstag.
Zum Wahl-o-mat:
Mein Ergebnis wundert mich nicht, denn vieles was von der CDU in der Theorie (!!!) vorgeschlagen wird, halte ich für richtig, inklusive der Vorschläge von Herrn Kirchhoff (die übrigens in der Praxis bei weitem sozialer ausgewogen wären als das gegenwärtige Sytem).
Das letzte und einzige Mal CDU, habe ich von Weizäcker zum reg. Bürgermeister gewählt. Was könnte die CDU heute sein, wenn er vor der Präsidentschaft erst Kanzler geworden wäre. Kohl hat ja nicht nur Weizäcker auf die Präsidentschaft abgeschoben, sondern auch alle nennenswerten Köpfe wie Biedenkopf, Späth, Geisler, Süssmuth und viele Andere. Die selben Methoden wendet Merkel an. Warten wir ab was jetzt von Kirchhoff bleibt. Der hat mehr Format, als der ganze Kackverein zusammen.
Wenn die Personen nicht wären und einige "schwachsinnige" Vorhaben, würde ich vielleicht sogar diesmal CDU wählen, schon weil ich grundsätzlich einen Wechsel nach ca. 8 Jahren für richtig halte und weil die CDU ja sowieso vieles blockieren oder verwässern kann, was rot-grün macht (viele der Dinge, die die Menschen Schröder und der SPD anlasten, sind ja von der CDU durchgesetzt worden, wie z.B. Dosenpfand, Praxisgebühr, die besonders harten Teile von Hartz IV usw.). Das ist mein Problem, mein Herz schlägt für die SPD und ich hoffe sie gewinnt, aber theoretisch (!!!) die besseren Möglichkeiten unser Land voran zu bringen hat die CDU.
Gegen den Bundesrat, mit den vielen Pseudokanzlern wird nichts gehen. Wenn die SPD mitregieren sollte, werden sich, bei zukünftigen Wahlen, auch die Mehheitsverhältnisse im Bundesrat nicht ändern.
Aber Frau Merkel und die einen großen Teil der alten Kohl-Camarilla wählen (die den Saustall ja verursacht haben -- wird gerne vergessen...) -- ich weiß nicht, ob meine Hände fähig wären auf dem Wahlzettel so einen Ankreuz-Befehl vom Gehirn auszuführen...
Laß das die BILD-Leser und Unterschichtenfernseh-Gucker (Harald Schmidt) machen, 2002 haben Stoiber nur 6000 Stimmen gefehlt. Du ärgerst Dich vier Jahre darüber, falls Du jetzt die Schwarzen wählst.
Oder Lafontaine, dieses Ober-A.... ! Ein Politrentner der vor der Verantwortung davongerannt ist, mit Villa und 3 verschiedenen Pensionen aus dem Staatshaushalt, geriert sich als der Robin Hood dder kleinen Leute -- da könnte ich ja lachen, wenn es nicht so traurig wäre, wie die Menschen durch den verschaukelt werden -- und für so ein Chamäleon habe ich mal Wahlkampf gemacht...
Ich habe es falsch gefunden, das die PDS mit dem Stimmenanteil im Osten von über 20% nicht oder kaum im Bundestag ist. Eine vereinigte Linke, die die Ränder einsammelt gibt es in ganz Europa, warum nicht in Germany. Die spanische IU (Izquierda Unida) hat Komunisten aller Sorten, Anarchisten etc. und letztens auch die Kanarischen Grünen auf der Liste. Die liegen ewig mit der PSOE im Clinch, haben aber mindestens von `96 bis 2000 verhindert, das die Bäume von Aznar in den Himmel wuchsen. Die PP war in der ersten Amtszeit als Minderheit am Drücker und eine linke Mehrheit gegen Aznar immer möglich.
Über Lafontaine brauchst Du Dich nicht aufregen, der verschwindet sehr bald in der Versenkung, weil er den Fähigkeiten der PDS-Mehrheit im innerparteilichem Guerrillakrieg nicht gewachsen ist.
Da ist Schröder ein ganz anderes Kaliber -- der Mann wird einmal wie Schmidt als ein ganz Großer, der verkannt wurde, in den Geschichtsbüchern stehen. Er ist der erste Bundeskanzler, der seinen (möglichen) Abgang selbst bestimmt und der erste, der ohne Rücksicht auf sich selbst und seine Partei die Dinge durchgesetzt hat, die für das Land wichtig waren -- Kohl (mit seiner Ministerin Merkel) war dazu zu feige...
Das ist immer die selbe SPD-Krankheit, ihre Kanzler selbst abzuschießen. So verschwiemelt (Schulz) auch das Verfahren der Bundestagsauflösung war, die Begründung von Schröder war die glasklare Wahrheit. Ich habe Tante Triple-S und Schreiner usw. noch gut in Erinnerung.
Naja und dann noch die im Prinzip richtige Mehrwertsteuer-Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt -- sowas muss man in Boom-Zeiten machen, aber auf keinen Fall während einer Krise. Vor allem wird das bestimmt wieder mitten im nächsten Jahr passieren, so dass die Firmen ein Haufen Kosten und Zeit in der Buchhaltung aufwenden müssen (sowas muss man IMMER zum Jahresanfang beginnen lassen und nicht so wie 1997 von Waigel).
Ich halte viel von steuerfinanzierten Grundsicherungssystemen. Dafür reichen 2% Mehrwertsteuer aber nicht. Warum nicht Slowakei und Kirchhoff, 25% auf Alles. Das macht Arbeit wirklich wieder Konkurrenzfähig und bringt die Kosten für die Steuerzauberkünstler auf Null.
Ich hoffe inständig, dass es nach der Wahl zu einer großen Koalition (auf Zeit) kommt, am liebsten unter Schröders Führung (was aber wohl ein Wunschtraum bleibt). Dann gäbe es breite Mehrheiten, um die notwendigen Dinge zu verabschieden und mit Joschka Fischer einen 1A-Oppositionsführer.
Große Koalitionen stärken die Ränder und der Bundesrat kocht seine eigene Suppe. Hoffentlich dauert es nicht zulange. Fischer, Lafontaine (solange es ihn gibt) Gysi und nicht zuletzt die kreischende Tunte Westerwelle, werden dafür sorgen, daß die Oposition hörbar bleibt.
So, jetzt muss ich aber weiterarbeiten.
Ich mache jetzt Siesta!
Bye, liebe Grüße an alle,
Thommy
Danke Ebenfalls, Gruß Rainer!
Hola Tomas,
"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen"! Ich staune über die Geschwindigkeit, mit der die Sozis die Kurve gekriegt haben, und über die Qualität. Münte hat mir auch gefallen, indem er auf dem Parteitag darauf hinwies, daß der einzige Vorsitzende, der kürzer im Amt war als er, im vorvorigen Jahrhundert im Duell erschossen wurde. Leider wird Münte als Arbeitsminister nicht gut aussehen können. Jetzt also Matthias Platzeck. Die Vorschußlorbeeren sind mir ein bisschen unheimlich.
Die Merkel hat das auch gut gedreht, wer wird bei den Schwarzen jetzt noch das Wahlergebnis diskutieren wollen. Vielleicht fängt das nochmal an, wenn alle den Koalitionsvertrag gelesen haben.
Jedenfalls haben sie Dich erhört und bringen die MwSt. nicht zum 1.7. und ein Verbrauchsboom ist auch zu erwarten. Was wird aber 2007, da hätte ich jetzt schon Schiß vor den Zahlen.
Saludos, Rainero!
BWL mit Thomas – 2010
Hallo Thomas,
mir geht seit einiger Zeit eine Frage durch den Kopf, die Du mir vielleicht beantworten kannst. Ein Statistikvergleich Spanien - Deutschland setzt Privatverschuldung ins Verhältnis zum BIP. Spanien 107% - Deutschland 78% des BIP. Da drängt sich die Frage auf: "Sind Mieten Teil des BIP"? - Du kennst die spanische Quote, ca. 85% Wohneigentum. Den deutschen Anteil kenne ich nicht genau, habe ca. 35-40% im Kopf. Was sagt uns ein Prozentvergleich, wenn Mieten Teil des BIP sind, die Spanier weder zahlen noch kassieren, dafür aber Hypotheken haben?
Gruß, Rainer!
Hi Rainer,
Mieten und Pachten sind kein Bestandteil des BIP!
„Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.“
Quelle: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/BIP
Mieten und Pachten sind aber Bestandteil des Volkseinkommens.
„Das Volkseinkommen (auch Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten oder Nettoinländereinkommen) ist die Summe aller von Inländern im Laufe eines Jahres aus dem In- und Ausland bezogenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen, wie Löhne, Gehälter, Mieten, Zinsen, Pachten und Vertriebsgewinne.“
Quelle: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Volkseinkommen
Du machst einen Denkfehler. BIP und Volkseinkommen sind 2 Seiten derselben Medaille.
Während das BIP die „Produktionsseite“ misst, zeigt das Volkseinkommen die „Konsumseite“.
Wenn jemand Miete zahlt, dann produziert er ja nichts und auch der Empfänger der Miete produziert nichts, folglich sind Mieten und Pachten für das BIP unerheblich und damit neutral. Andererseits können Mieten und Pachten nur bezahlt werden, wenn sie vorher „verdient“ wurden. Das heißt, wenn du deine Miete bekommst, dann ist das (wenn alles richtig läuft) der Gegenwert einer produzierten Ware oder Dienstleistung. Man kann sich das auch sehr einfach an einem Gedankenexperiment vorstellen: Nimm an du hättest eine Volkswirtschaft mit 1000 Personen, in der absolut niemand arbeitet (Sozialleistungen und Steuern gibt es nicht). Der gesamte Wohnungs- und Hausbestand wurde im Rahmen einer UNO-Aktion mal gebaut und geschenkt. 500 wohnen zur Miete, die anderen 500 in eigenen Häusern, denen auch die Mietwohnungen gehören. Nun müssten die 500 Mieter an die 500 Vermieter Miete zahlen – das ist unmöglich, weil ja nichts erwirtschaftet wird. Wenn jetzt aber die 500 Vermieter sich Geld leihen, die 500 Mieter anstellen um weitere Häuser zu bauen und sie entsprechend entlohnen, dann können die Arbeiter/Mieter ihre Mieten bezahlen, die Vermieter erhalten die Miete und können die Schulden abzahlen und es entstehen neue Produktionswerte, nämlich die neuen Häuser. In diesem Fall entspricht die Lohnsumme dem Wert der erwirtschafteten Güter (der Häuser), was wiederum dem Wert der Mieten entspricht. Folgerichtig kommt es hier zu einem Kreislauf in dem das BIP den erwirtschafteten Gütern entspricht und das Volkseinkommen dem Konsum.
Das Beispiel ist natürlich sehr vereinfacht und es wird dabei nicht berücksichtigt, das die UNO keine Häuser verschenkt und das natürlich die neuen Häuser auch wieder vermietet werden müssen, in meinem Beispiel aber nur 1000 Leute da sind, die bereits alle eine Wohnung haben.
Wenn man das Beispiel aber weiter führt, dann wird klar, warum Entwicklungsländer nicht aus dem Sumpf kommen – ausgegeben werden kann nur, was vorher erwirtschaftet wurde.
Man kann auch mal in eine andere Richtung denken: Stell dir vor in meinem Beispiel würde es bevor die Idee zum Neubau von Häusern kam ein Erdbeben geben, das die Hälfte der vorhandenen Häuser und Wohnungen zerstört. Nun würden die Hausbesitzer die Kredite aufnehmen, die Mieter als Arbeiter einstellen und neue Häuser bauen lassen. Die Folgen sind dieselben wie oben, nur dass es diesmal keinen unnötigen „Überbestand“ gibt. Es wird etwas erwirtschaftet und damit Einkommen erzielt etc. Das ist eine der Kritiken an diesen Wachstumsrechnungen – wenn etwas zerstört wird (Krieg, Naturgewalten etc,) und dann wieder hergestellt, steigert das das BIP – übrigens auch, wenn du deinen Wagen zu Schrott fährst und ihn wieder reparieren lässt oder einen neuen kaufst. Zerstörung mit Aufbau/Reparatur generiert Wirtschaftswachstum. das ist auch die Erklärung für das Wirtschaftswunder der 50er Jahre und dem Boom nach der Maueröffnung. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass neue Konsumgewohnheiten und neue Techniken zum selben Effekt führen (z.B. Handy, Internet etc.). Fortschritt generiert also auch Wirtschaftswachstum.
Zurück zur Miete. Ein anderes umgekehrtes Gedankenexperiment macht es auch klar: Wenn du willkürlich deinem Mieter die Miete erhöhst, kann das kein Wirtschaftswachstum des BIP sein.
Bye, Thommy
Bildungsmisere?
"Allgemeinbildung?" "Exzellent!" "Was sagt Ihnen Richard Wagner?" "Ich LIEBE seine Steinofenpizza!" "Wir melden uns!" |
Hallo Thomas,
habe mir den SPIEGEL-Wissenstest zu Gemüte geführt und grandios abgeschnitten. Geschichte & Politik 100%, sonst max. zwei falsche Antworten. Nur in Kultur etwas mehr, weil ich z.B. keine Ahnung habe, was Britney Spears mit Micky Mouse zu tun hat. Zunächst habe ich mich gefreut, bin jetzt aber in Zweifel, ob meine "fundierte Halbbildung", das ist, was man Studenten heute abverlangt. Guck Dir das mal an. Bevor ich abhebe, würde ich gern Deine Meinung hören.
Gruß, Rainer!
Hi Rainer,
hab mal alle Tests einmal durchgespielt (insgesamt in 42 Minuten 174 von
180Punkten = 97%), die Ergebnisse habe ich als PDF beigefügt.
Fand ich zwar nicht sonderlich schwer, glaube aber, das alle 5 Gebiete
zusammen genommen für das Allgemeinwissen der Durchschnittsbevölkerung bei
weitem zu anspruchsvoll ist! Man könnte es natürlich auch arroganter
ausdrücken, dass ich mich für schlauer halte, als mindestens 95% der
Bevölkerung...
Ist natürlich Quatsch! man kann Intelligenz weder messen noch von der Summe
des erfolgreich abgefragten Wissens oder Halbwissens abhängig machen. Ein
gutes Quantum Glück gehört auch dazu (das gilt übrigens auch für solche
Gewinnspiele wie "wer wird Millionär" usw.).
Fazit: das in diesem Test abgefragte Wissen, gibt einen Hinweis darauf, ob
man eine gute Allgemeinbildung hat, aber für die Fähigkeit große und kleine
Probleme zu analysieren oder gar zu lösen sagt es nichts aus.
Gut fürs Ego, das ist aber auch schon alles.
bye, lg Thommy
Hallo Thomas,
Habe wieder mal SPIEGEL-online drauf und das Wirtschaftsquiz gemacht. Der Spiegel ist der Meinung, dass ich wohl Volkswirtschaft studiert habe. Mein letzter Test bei ZEIT-online ergab, dass ich auch alles richtig hatte. Was beweist, dass ich einen Haufen sinnloses Halbwissen angehäuft habe. Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich lieber Spiegel lese.
Gruß, Rainer!
Hi Rainer,
Zu dem Halbwissen fällt mir ein alter Spruch ein: Es kommt nicht darauf an, was man weiß, sondern was einem im richtigen Moment einfällt.
Bye, Thommy
Hallo Thomas,
bei der Post habe ich gelernt: "Man muss nicht alles wissen, man muss wissen wo es steht". Das ist 50 Jahre her. Was mich heute erschreckt, ist die Ahnungslosigkeit der Jüngeren, mit der Ausnahme "Thomas", oder ich kenne die falschen Leute. Bleibt auch die Frage, weshalb fragen die Tests dieses Halbwissen, oder in meinem Sinne, Allgemeinbildung ab, die keiner mehr hat?
Gruß, Rainer!
Hi Rainer,
mit "Ahnungslosigkeit" hat das meiner Meinung nach wenig zu tun -- ich glaube nur, dass viele Menschen (und nicht nur die "Jüngeren") einfach zu unkritisch sind. In diesem Punkt habe ich ,wahrscheinlich auf Grund meines Namens, eine besonders große Portion Zweifel in die Wiege gelegt bekommen. Meine Frau und ich haben letztens eine TV-Sendung gesehen, bei der jemand darüber sprach, welches Lebensmotto er hätte -- ich sagte, ich wüsste, welches meins sein könnte, und sie meinte, noch bevor ich es aussprechen konnte, "Das glaube ich nicht!" Genau das ist es -- ich glaube nur das, was ich selbst gesehen habe, selbst erlebt habe oder sich durch Fakten beweisen oder zumindest empirisch (also i.d.R. wissenschaftlich) belegen lässt. Und damit bin ich Mitglied einer verschwindend kleinen Minderheit!
Es gibt eben auch bei der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen ein Konsumverhalten -- häufig einseitig, unkritisch, auf den (kurzfristigen) Genuss fixiert!
Die "Älteren" haben und hatten (wohlgemerkt, in der Masse) die Angewohnheit Sachverhalte ohne sie zu hinterfragen einfach akzeptiert, also eine gewisse Autoritätsgläubigkeit (die Wirkung ist die von "Stimmvieh" ähnlich oder aufs Wissen bezogen -- einseitiges Wissen). Während die "Jüngeren" heute eher das Problem haben, dass sie aus einer Antihaltung und /oder Desinteresse viele Themen einfach nicht an sich heranlassen (die Wirkung ist, dass nur noch "Nischen-Wissen" gebildet wird).
Man kann es auch kürzer sagen:
Viele "Ältere" sind / waren einseitig oder einfältig, weil sie alles angenommen haben und viele Jüngere sind einseitig oder einfältig, weil sie nichts mehr annehmen.
Zugunsten der "Jüngeren" muss man natürlich noch sagen, dass es sich erst noch erweisen muss, ob deren Art und Weise auf die Welt zu reagieren für die heutige Zeit nicht praktischer ist. Was ist für das persönliche Wohlbefinden wichtiger? Die Abstimmung bei der Bundestagswahl oder bei DSDS? Die meisten werden zwar vom Verstand her sagen, dass die Bundestagswahl allgemein wichtiger ist, aber viele Millionen Menschen sehen das vom Herz her für sich persönlich ganz anders. So etwas ähnliches gab es schon mal im vorletzten Jahrhundert: Das Biedermeier.
bye, liebe Grüße, Thommy
Hallo Thomas,
um uns herum gibt es faszinierend viele (Milliarden) Menschen, die es nötig haben etwas zu glauben. Ich würde nicht ausschließen wollen, dass einen auf der Straße nach Damaskus irgendwelche Erkenntnisse treffen. Mich beschäftigen zur Zeit aber nicht Fragen der Religion, sondern das Buch von Michael Crichton: "Welt in Angst". Das ist der Autor von Jurassic Park. Kurz gesagt, er hält die ganze Klimadiskussion für erlogen und unterlegt das mit einem Wust von Fakten, die man nicht nachprüfen kann. Versuche mal an das Buch ranzukommen. Ich kann es Dir auch schicken, wenn Du willst. Deinen Standpunkt, erst mal gar nichts zu glauben, halte ich für den einzig Möglichen. Aber empirische Untersuchungen beweisen auch nur immer das, was andere glauben und nicht nachzuprüfen ist.
Jetzt bin ich in dem Alter, wo man 4-5 Generationen überblicken kann. Die Generation meiner Eltern, war damit beschäftigt, Arbeitslosigkeit, Krieg und Hunger zu überleben. Danach haben Sie von nichts etwas gewusst. Ich habe sie danach gefragt und gehöre zu Generation der 68er. Von meiner Generation hat 95% nicht begriffen, weshalb man gegen den netten Schah von Persien & Farah Diba demonstrieren muss. Ich auch nicht. Verwundert hat mich immer, dass beim 2. Juni 1967 (Benno Ohnesorg), nicht gesehen wird, dass 3 Tage später der Sechstagekrieg anfing. Davon waren die Zeitungen voll. Die BZ hat Karten mit Frontverläufen gedruckt. Das ist mir allerdings aufgestoßen, weil ich schon Kempowski, "Tadellöser & Wolff" gelesen hatte. Du gehörst zur Generation GOLF und bist die Ausnahme, weil Du auch Bücher liest. Danach kommt die Generation DOOF, ohne Kommentar. Nur "Twittern" auf dem Klo, ist das Allgemeinbildung? Die Kinder, das ist die 5. Generation. Raúl hört nur RAP und Devora nur SALSA. Rap finde ich keiner Sprache erträglich und Salsa, wegen der hiesigen Ausschließlichkeit langweilig. Aber der Standpunkt meiner Alterskohorte, dass nach Elvis, den Stones etc. nichts mehr gekommen ist, und die auf das Konzert zum 70. von Tina Turner warten, halte ich für lachhaft.
Deinen Hinweis auf das Biedermeier halte ich für interessant. Im 19. Jahrhundert, Befreiungskriege, Biedermeier, 1848. Im 20., 2. Weltkrieg, 50er und frühe 60er, als Biedermeier gen. Wirtschaftswunder, dann 1968 - in beiden Fällen Europaweit. Du rufst nun das Biedermeier des 21. Jahrhunderts aus. Was folgt darauf. Eine besch.... Regierung und eine Finanzkrise haben wir schon. Warten wir´s ab.
Rainer!