Viel Spaß beim Übersetzen 🤣😎



MUNDART - Sept. 2023

So schwer ist das nicht, habe auch nichts gegen "Mundart", wenn sie da gesprochen wird, wo sie hin gehört. Aber wenn im TV Schauspieler etwas versuchen, was sie nicht können, ist es nur furchtbar. Oder wie "Hubsi", mit einer Sprache, die er nur selber & sein Parodist spricht. 

"Mundart" ist süddeutsch, trifft es aber besser als "Dialekt", weil sie sich ständig entwickelt. Habe mich auf der Homepage mit meinen Fremdsprachen beschäftigt. Da ist schon der Unterschied zwischen Ost & Westberlin genannt. In Berlin spielte immer die Zuwanderung eine Rolle. Jiddisch, Französisch neu auch Türkisch gehören dort auch zur Mundart. Im alten Preußen hatten ein Großteil der Bevölkerung nicht Deutsch als Muttersprache. Das ist übrigens ein Wort, das es meines Wissens nur in Deutsch gibt, nirgends woanders. Am Besten hat das mal ein Teilnehmer im blauen TF-Forum formuliert: "Meine Muttersprache ist Alemannisch, die erste Fremdsprache Deutsch".

Auch die Generations-Unterschiede spielen eine Rolle, z.B. Jugendsprachen & das dämliche Denglisch mit den SMS-Abkürzungen der Boomer-Generation. Die nerven damit immer noch, obwohl sie auch auf die 60 zugehen.  

Unsere "Lingua franca" ist Hochdeutsch. Nicht Bayrisch verschiedener Varianten & schon gar nicht Schwäbisch. Das gehört ins "Königlich bayrische Amtsgericht", oder für Norddeutsche ins "Ohnesorg Theater". Aber in Berlin nerven die Prenzel-Schwaben & der bayrische Vorsitzende des DEUTSCHEN Lehrerverbandes mit ihrer "Mundart".

"Wir sprechen Alles, außer Hochdeutsch", trifft genau den Kern. Das haben die Beutegermanen in BW erfunden, um sich zugehörig zu fühlen. In einem Land, in dem man bis zur siebten Generation "Zugereister" bleibt. Der Ministerpräsident stammt aus einer Familie aus den Ostgebieten, der Bundes-Landwirtschaftsminister aus einer Türkischen. Viele die besonders hart schwäbeln haben jugoslawische oder italienische Vorfahren. Nur Joschka Fischer, mit Deutsch-Ungarischen Vorfahren, hat sich daran nicht beteiligt.

Das beste Hochdeutsch sprechen nicht die Hannoveraner wir immer behauptet wird, sondern die Rheinländer in Berlin. Das habe ich zuerst bei meiner Mutter gesehen, später auch bei Anderen. Sie stammte von der Mosel & ist als 18jährige nach Berlin gekommen. In den 70ern ist sie in die Nähe von Hamburg gezogen, wo viel Platt gesprochen wurde. Da galt sie als Berlinerin, ohne zu Berlinern.  In den 80ern  habe ich mal einem längeren Telefongespräch zugehört, das sie mit ihrem Bruder in Koblenz geführt hat. Da fiel sie nach & nach in ihre rheinisch-moselfränkische Mundart zurück, die sie als Kind gesprochen hat. Das geht glaube ich in Berlinisch nicht. Wer sich das mal mühevoll abgewöhnt hat, weil es als proletenhaft galt, behält einen Akzent & ein zurück in die Mundart klingt nur aufgesetzt.  

        

Fremdsprachen - Sept. 2019

Meine erste gesprochene Fremdsprache war Latein, in der kath. Kirche als Ministrant in der heute abgeschafften lateinische Messe. Habe das aber nur auswendig gelernt, ohne ein Wort zu verstehen. Hätte ich können, in dem Gebetbuch war der Text auch in deutsch. Aber so altertümlich, dass es auch unverständlich war. Mindestens wusste ich ungefähr worum es geht.

In den 50ern habe ich mit einer kath. Jugendgruppe am Bodensee gezeltet. Unterhalb des Klosters Birnau, auf einer Wiese beim Schloss Maurach, dem Gutshof des Klosters. Die Klosterbrüder die dort das Vieh versorgten, haben uns Milch verkauft. Sie sprachen eine für uns völlig unverständliche Sprache. Habe mehrmals Tramp-Touren um den Bodensee gemacht, mit der gleichen Erfahrung in der Schweiz & Vorarlberg. Die beste Erklärung dafür habe ich hier in einem der Foren gefunden. Ein Teilnehmer hat mal geschrieben, seine Muttersprache ist Alemannisch & die erste Fremdsprache Deutsch. Der Spruch aus Baden-Württemberg "Wir sprechen alles außer Hochdeutsch" ist dagegen ein Armutszeugnis. In Stuttgart gibt es Sprachschulen. Da kann man sich den Dialekt abgewöhnen lassen.

Meine kath. Gemeinde in West-Berlin war geprägt von Flüchtlingen aus Oberschlesien. Fast jeder meiner Kumpels hatte eine Oma die besser polnisch als deutsch sprach. In der Schule gab es eine kleine Gruppe für kath. Religionsunterricht, zu dem ein Kaplan in die Schule kam. Ein Mädchen - Christa Grabowski - hat mal mit mir gemeckert, weil ich nach ihrer Meinung zu brutal berlinert habe. Eigentlich hatte ich das nicht von zu Hause, weil meine Mutter von der Mosel & mein Vater aus Sachsen kam. Da fing ich an ein bisschen darauf zu achten.

In der Schulklasse konnte man nicht mehr feststellen woher jemand kam. Unser Jahrgang 1944 war bis auf ein Mädchen nicht in Berlin geboren. Ich bin während der Evakuierung meiner Mutter im Warthegau in Polen geboren. Durch meine Mutter katholisch, wie die Kinder aus Oberschlesien. Ansonsten von Ost- & Westpreußen, Pommern & DDR rauf und runter alles vertreten.

An der Sprache konnte man die Herkunft nicht festmachen, bis auf die Tatsache das starkes Berlinern als proletenhaft galt. Das kam ins allgemeine Bewusstsein, durch das Musical "My fair Lady" 1961 im Theater des Westens & natürlich durch den Film mit Audrey Hepburn. Die Vorlage, das englische Stück Pygmalion, das sich mit dem Unterschied Cokney - zu Queens-English beschäftigt. Der Versuch mit Berlinern & Hochdeutsch hat hervorragend funktioniert, obwohl die deutsche Hauptdarstellerin Karin Hübner nicht Berlinern konnte. Übrigens soll es auch eine Wiener Version gegeben haben.

Das war nach dem Mauerbau, als sich die West-Berliner ihrer Sprache bewusst wurden. Tonfall geht gerade noch, Berlinern ist proletenhaft. Die große Überraschung kam nach dem Mauerfall mit den Leuten aus Ost-Berlin die hemmungslos Dialekt sprechen. Eine Schauspielerin aus Ost-Berlin hat letztens im Radio erzählt, wie groß ihre Überraschung war, über die unterschiedliche Entwicklung. Um das komplett zu machen, man kann Ossis nicht nur allgemein, sondern auch Berliner an der Sprache erkennen.

Ab der 5. Klasse gab es Englisch in der Schule. Die Lehrerin war deshalb prädestiniert weil sie vor dem Krieg mal Ferien in England gemacht hat. Das Verb become, werden & nicht bekommen, ist das einzige was ich davon noch weiß, weil sie erzählt hat, dass sie es in England falsch gemacht hat. Naja, an das Schulbuch kann ich mich erinnern "Peter Pim and Billy Ball - Touring England". Von meinen späteren Lehrern sprach keiner Englisch, obwohl sie es unterrichten mussten. Von meiner Alterskohorte hat auch keiner Englisch in der Schule gelernt. Ein befreundetes Lehrerehepaar aus Sachsen-Anhalt hat mir bestätigt, dass es am Anfang mit Russisch genau so war. "Wir waren immer genau 1 Kapitel aus dem Lehrbuch vor der Klasse". Was ich an Englisch mal konnte, habe ich 1977 in einem Intensivkurs bei BERLITZ in San Francisco USA gelernt. Ein Lehrer - ein Schüler. Mein Lehrer war Englisch-Prof. in Berkeley.

Auf meinen Reisen ab 1966 mit meiner EX war ich immer derjenige der mit Radebrechen & drauf losquatschen dafür gesorgt hat, dass wir nicht verhungern. Ob Italienisch, Serbokroatisch ein paar Brocken gehen immer. Bei Englisch hat sie mir hinterher immer gesagt wie es richtig gewesen wäre. Sie wußte es immer besser. Wenn es aber darauf ankam, hat sie kein Wort rausgebracht. Ein Abend in Athen war mal wirklich peinlich. Da standen wir am Hadrians-Tor am Eingang der Altstadt Plaka wo unser Hotel war & haben ein Taxi genommen, weil wir die Straßenschilder nicht lesen konnten. Der Taxi-Fahrer hat sich sehr amüsiert über die Fahrt von 3 Minuten um 2 Ecken.

Ab 1983 Frankreich, Spanien & Portugal ohne Probleme. Wenn man seine drei Brocken anbringt freuen sich die Leute. Das einzige Mal, wo ich wegen der Sprache angepöbelt wurde war im Elsass & ich wusste, dass sie mein Deutsch verstanden hatte. In Spanien konnte man zu dieser Zeit sowieso nicht verhungern, weil es überall - ges. vorgeschrieben - ein Touristen-Menü Angebot in drei Sprachen gab.

Ende der 80er wurde für mich Spanisch immer wichtiger. 1984/85 & ab 1987 war ich im Winter immer auf den Kanaren. Seit 1992 Ständig auf Teneriffa. Bin dann 1986 zur Volkshochschule in einen Sprachkurs gegangen. Da gab es ein Lehrbuch "Eso es". Eine deutsche Lehrerin & mindestens 40 Schüler. Ein Idiot fing schon in der ersten Stunde an, mit der Lehrerin über spanische Grammatik zu diskutieren. Grammatik habe ich schon in Deutsch nicht kapiert, merkt nur keiner wenn man nicht zuviel falsch macht. Jedenfalls habe ich den Kurs abgebrochen. Hier auf Teneriffa habe ich dann mal einen Lehrer engagiert, der sich sehr bemüht hat. Der hat Kindern normalerweise Nachhilfeunterricht gegeben, hatte aber kein Konzept einem Ausländer was beizubringen. War dann ziemlich brotlose Kunst. Dann kam das einzig Richtige. Die kanarische Freundin, Partnerin & Mitarbeiterin, die mir aus der Zeitung vorliest & erklärt. Nur spanisches Fernsehen & 95% spanische Kunden im Geschäft. Nach einiger Zeit habe ich mir das Lehrbuch aus der Volkshochschule vorgenommen & festgestellt, dass ich es doch irgendwie gelernt habe. Mein Rezept bleibt aber drauflos quatschen. Als Ausländer braucht hier keiner perfekt zu sein. Die Leute freuen sich wenn man es probiert.